Dienstag, 3. Mai 2011
read this book!
Als ich dieses Buch das erste Mal in der Hand hatte,dachte ich mir:toll,ein buch über L.A.!Aufzählung irrsinnig vieler Fakten von denen man die Hälfte wieder vergisst oder schon nach 2 Seiten total gelangweilt ist!Pustekuchen!
Der Roman oder auch das Portrait (denn irgendwie ist es ja beides) ist so gut aufgezogen,das man dieses Buch am liebsten ohne Unterbrechung durchlesen möchte!
Wechselnd werden Fakten über die Stadt bzw interessante Anekdoten kurz und bündig in die Geschichten der Charaktere eingestreut!
Was das Buch sicherlich auch noch interessant macht ist die Tatsache das nicht eine einzelne Geschichte an einem Stück erzählt wird sondern mehrere Charaktere unumfänglich das gleiche Ziel verfolgen,nämlich sich ihre eigene Vorstellung vom amerikanischen Traum zu verwirklichen.Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte.Und James Frey ist es gelungen,die Geschichten so fabelhaft zu erzählen das man deren Enden nicht vorher voraussehen kann.
Von schwerreichen Filmstars bis zu Gangmitgliedern in den Ghettos bietet der Roman eine Darstellung der unterschiedlichsten Figuren und einen Querschnitt der Bevölkerung von Los Angeles. Doch die Stadt ist die Hauptfigur, deshalb gibt es keine durchgehende Handlung, sondern wie schon genannt nur einzelne Blitzlichter auf dem Lebensweg einzelner.
»Strahlend schöner Morgen« ist eine Mischung aus »Short Cuts« und »L.A. Crash«. Frey bildet das Leben ab, wobei das Buch sich hauptsächlich mit den Gescheiterten beschäftigt: Diejenigen, die in ihren Kleinstädten mit herausragenden Fähigkeiten und strahlendem Aussehen hervorstechen, in L.A. aber nur einige unter Hunderttausenden sind, die jedes Jahr in die Stadt strömen, und sich mit schlechtbezahlten Jobs über Wasser halten müssen. Diejenigen, die in den Ghettos der Stadt bereits ohne Hoffnung geboren werden, sich als Kinder den unzähligen Straßengangs anschließen und durch Drogen und Gewalt versuchen sich einen Platz in der Hackordnung zu sichern. Diejenigen, die von der Stadt ausgesogen und vergessen wurden, die nach kleinen Erfolgen in die Bedeutungslosigkeit absinken, es aber nicht schaffen, der Stadt den Rücken zu kehren, um es woanders noch einmal zu versuchen.
Diese Schicksale der Charaktere werden mitreißend und fesselnd beschrieben. Dazwischen findet man immer wieder Kapitel in einem eher dokumentarischen Stil, in denen Fakten und Statistiken über L.A. aufgelistet werden. Nüchtern, oft erschütternd, immer interessant. Kaum ein Aspekt, der dabei nicht angeschnitten wird,und alles vor dem Hintergrund des American Dream. In Zwischenkapiteln wird in knappen Sätzen die Geschichte der Stadt erzählt. Dazu Dutzende von Kurzbiografien. Trotzdem wirkt das Buch an keiner Stelle langweilig oder zu sachlich, alles fügt sich zu einem grandiosen Stadtportrait. Und zu einem unglaublich gutem Buch,an dem man sich einfach festliest!
Fazit: Sehr gut!
Labels:
literatur
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